Grundbildungspfade im Sozialraum
Die Projektarbeit in den Sozialräumen konzentriert sich auf die Trierer Stadtteile Mariahof und Trier-Süd (Schammat). Sie richtet sich dort speziell an Eltern und Familien, Frauen und Mütter mit dem Bedarf und dem Wunsch, ihre Alltagskompetenzen in den Bereichen deutsche Sprache, Erziehung oder digitale Medien zu verbessern. Ziel ist es, mittels einer Reihe von Lernangeboten die individuelle und familiäre Kompetenzentwicklung zu unterstützen und zu begleiten.
Arbeitsschwerpunkte sind:
- Aufbau eines Grundbildungsnetzwerks in den Stadtteilen, um bezogen auf das Thema Grundbildung Vernetzung zu verbessern und neue Formen der einrichtungsübergreifenden Zusammenarbeit zu initiieren und (weiter-) zu entwickeln.
Hierzu hat sich das Projekt bereits an zahlreichen bestehenden Netzwerktreffen beteiligt und bringt dort kontinuierlich Grundbildungsinhalte zur Sprache bzw. informiert konkret über Ideen, gemeinsame Planungen und Termine.
- Identifikation und grundbildungsaffine Intensivierung bestehender Maßnahmen und Angebote und deren Verzahnung.
Hierzu entwickelt das Projektteam u.a. passgenaue Unterstützungshilfen (Checklisten, Übersichten, Leitfäden etc.), die zum Beispiel in der Kooperation Übergang Kita-Grundschule mit Eltern sinnvoll genutzt werden können.
- Ergänzung durch neue Maßnahmen und Angebote, Konzeption, Organisation sowie deren Pilotierung.
Ein Beispiel: Um weitere Grundbildungsstationen für Eltern besonders mit Migrationshintergrund anbieten zu können, arbeitet InfraGru Trier an einem Angebot, das besonders gering literalisierte (angehende) Mütter und Väter von Beginn der Schwangerschaft bis etwa zum zweiten Lebensjahr des Kindes anspricht. Das geplante Erzähl-Café-Angebot soll einladen, zuzuhören, sich auszutauschen und voneinander zu lernen. Es wird ein sprach- und kultursensibler Austausch über Themen in dieser Familienphase angestrebt wie z. B. Babybeobachtung, emotionale Erste-Hilfe, die Belastung von Vätern durch die Geburt. Durch das Erzählformat sollen sprachliche und emotionale Hürden frühzeitig abgebaut und Chancen sichtbar werden, etwa indem junge Mütter und Väter leichter einen Weg zu bestehenden Beratungs- und Lernangeboten im Sozialraum finden.
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Flankierend bietet das Projektteam Fortbildungsbausteine an u.a. zu den Themen Family Literacy oder Sprachentwicklung in Familien stärken mit MINT-Themen.
Insgesamt orientiert sich das Projektteam an dem Prinzip Aus der Praxis ins Netzwerk, das beschreibt, dass sowohl die Zielgruppen als auch die pädagogischen Fachkräfte vor allem durch erfolgreiche praktische Arbeit überzeugt werden können, Grundbildungsangebote in das eigene Portfolio bzw. den eigenen Alltag zu integrieren.
