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„Es war so schön!“

Endlich wieder StadtLesen auf dem Domfreihof

Nach zweijähriger Pause durch die Coronapandemie fand Anfang Juli endlich wieder das beliebte Lesefestival StadtLesen auf dem Domfreihof in Trier statt: Im „schönsten Freiluft-Lesewohnzimmer“ konnten die Besucher aus über 3000 Büchern in Sitzsäcken und Hängematten einfach entspannen und die Zeit genießen. Zudem gab es vielfältige Lesungen regionaler Autor*innen auf der Lesebühne.

Am Donnerstagabend startete das Programm mit der Begrüßung durch den Initiator von StadtLesen Sebastian Mettler und die offizielle Eröffnung des Oberbürgermeisters Wolfram Leibe. Im Anschluss las der bekannte Fernsehschauspieler Stefan Rudolf aus dem Roman seines langjährigen Freundes und preisgekrönten Dramatikers Christoph Nußbaumeder „Die Unverhofften“. Auf kurzweilige Art erzählte Rudolf Ausschnitte aus der Familiensaga, mit den großen Themen Liebe, Verrat und dem Kampf um Anerkennung. Seine persönliche Sichtweise ließ der Vorleser immer wieder einfließen.

Am Freitag gehört die Lesebühne dann sechs Trierer Schulen: Von selbstgeschriebenen Geschichten über Lieblingsbücher bis hin zur Vorstellung einer Leseförderstunde war alles dabei. Die Zuhörer und die Schüler*innen genossen die Lesungen sichtlich bei schönem Wetter unter den Platanen.

Die Geschichte um den Chinesen Wang Fei, der aus der Provinz heraus „Wangs Welthandel“ aufziehen möchte, sorgte am Abend für viele herzliche Lacher unter den Zuschauern. Frank Mayer begeisterte in seiner unnachahmlichen Art die Besucher mit Auszügen aus seinem Buch „Vom Ende der Bundeskegelbahn“ und bekannten Trierer Kolumnen.

Der Samstag stand im Zeichen der Kinder- und Jugendliteratur. Obwohl die Autorin Ina Trouet ihren Debutroma „Hannes. Der Junge, der zum Räuber wurde“ wegen kurzfristiger Krankheit nicht selber vortragen konnte, fand das Werk seinen Weg zu den Besuchern. Gelesen von Caroline Thielen-Reffgen und Andrea May, zwei der Organisatorinnen von Stadtlesen vor Ort, fesselte die Geschichte vom Schinderhannes die Zuhörer und machte Lust auf mehr. In der Zwischenzeit wurde in einem Poetry Workshop mit dem Urvater des deutschen Poetry Slam, Bas Böttcher, fleißig von sechs jungen Frauen an eigenen Texten gearbeitet. Eindrucksvoll präsentierten sie das Selbstverfasste am Abend auf der Bühne, eingerahmt von den akrobatischen Wortspielen Böttchers. Sprache kann etwas Wunderbares sein, wie sich für viele Interessierte zeigte.

Einen krönenden Abschluss fand Stadtlesen dann sonntags mit den Lesungen der Preisträger*innen des Schreibwettbewerbs der Dieter Lintz Stiftung. Bithja Süs und Julius Gerlach zauberten mit ihren Texten ein wenig Melancholie und Nachdenklichkeit auf den Domfreihof und beeindruckten mit viel Tiefgang in ihren Lesungen.

Vielfältiges Rahmenprogramm bei Stadtlesen

Neben den zahlreichen Highlights auf der Lesebühne konnten die Besucher eine Vielfalt an Informationen zum Thema Lesen und Schreiben durch das Projekt „Knotenpunkte“ und die Selbsthilfegruppe Wortsalat erhalten. Die eigens für Stadtlesen aufgebaute Ausstellung „Mein Schlüssel zur Welt“ (BMBF - Lesen & Schreiben) im Foyer des Bildungs- und Medienzentrum zog viele Besucher an. Auch das Alfa Mobil war vor Ort, um für das Thema Alphabetisierung zu sensibilisieren.

Die Bücherei Trier hatte das ganze Wochenende für Besucher geöffnet und gab mit StadtLesen der Startschuss für den Vorlese-Sommer und den Lesesommer 2022.

Der „Kleine Forscher Raum“ im Turm Jerusalem beteiligte sich in diesem Jahr zum ersten Mal mit einem vielfältigen Programm an StadtLesen. Hier konnten Kinder eintauchen in das Geheimnis des Codierens und Programmierens und beim Upcycling neue Dinge entstehen lassen.

Alle sind sich einig: StadtLesen gehört nach Trier. So hoffen wir, dass Trier auch für 2023 wieder als Vorlesestadt nominiert wird. Ab sofort kann hier wieder nominiert und abgestimmt werden.

Dann heißt es hoffentlich bald: : „StadtLesen 2023 kommt nach Trier!“

StadtLesen wurde unterstützt durch: Kulturstiftung der Sparkasse Trier, Bitburger Brauerei, Lotto Stiftung Rheinland-Pfalz, Verein zur Leseförderung, Herbert und Veronika Reh Stiftung, Friedrich-Bödecker-Kreis, Spaß am Lesen Verlag

 
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